Mittwoch, 4. Februar 2009

Was ist ein FTF?

Nach kurzer aber schwerwer Krankheit (jaja, die Influenza-Viren sind hartnäckig - ich aber auch!) melde ich mich wieder zurück ins Land der Lebenden. Ich bin zwar noch nicht zu 100% genesen, aber es wird schön langsam. Ein bißchen Energie muss ich noch tanken, aber das wird schon noch in den nächsten paar Tagen.

Zum Auftakt möchte ich mich heute einmal mit einem Begriff auseinandersetzen, der weder in den guidelines von gc.com noch sonst irgendwo offiziell definiert ist. Trotzdem verwendet jede/r diesen Begriff fast wie selbstversändlich bzw. legen so manche GeocacherInnen sogar besonderen Wert darauf einen zu schaffen - den FTF (First to find).

Was hat es also mit dem FTF auf sich?

Nun wie die Abkürzung schon verrät geht es grundsätzlich darum, ob man einen Cache als erster gefunden hat. Je nach Homezone (Dank und beste Grüße an die Dosenfischer für dieses tolle Substantiv!) kann dieses Unterfangen unterschiedlich leicht bzw. schwer sein. Z.B. in Wien, Graz oder Salzburg muss man sich schon beeilen, um der erste zu sein (auch wenn das Listing erst um 1:00 Uhr früh veröffentlicht wird. Iregendwo im ländlichen Raum, wo die GeocaherInnenkonzentration nicht so hoch ist, kann es schon mal ein paar Tage im Extremfall ein paar Monate dauern (v.a. im hochalpinen Bereich), bis ein FTF geschafft wurde.

In der frühen vorantiken Zeit des Geocachings galt es als etwas besonderes, wenn man einen Cache als erster nach dessen Veröffentlichung gefunden und geloggt hat. Der FTF war bzw. ist sozusagen eine informelle Auszeichnung für den Schnellsten. Es gibt auch heute noch eine Gruppe von Geocachern, deren vorrangiges Ziel es ist, neue Caches ad hoc zu (be)suchen um ja nur der erste sein zu können, der den FTF dann für sich reklamieren kann/darf. Auf gc.com werden die FTF allerdings nicht gezählt und sagen sie in Wahrheit auch nicht viel über einen Geocacher aus, ausser, dass dieser mit seiner Freizeit sehr flexibel umgehen kann, sonst wäre es nicht oder nur schwer möglich viele FTF zu machen. Nachdem das Betatesten in unserer heutigen Zeit - vor allem bei längeren Multis etc. wäre es besonders wichtig - immer weniger in Mode ist, bezeichne ich persönlich die FTF-Junkies gerne auch als unfreiwillige Betatester. Denn wenn dann doch Fehler in der Beschreibung sind, dann hat es der FTF-Jäger schwer und nimmt im besten Fall Kontakt mit dem Owner auf.

Vor einigen Monaten durfte ich auch eine Diskussion mitverfolgen, wo es darum ging, wer denn den FTF für sich vereinnahmen dürfe, wenn ein und der selbe Cache in einer Geocachingdatenbank früher veröffentlicht wird als in einer anderen und dann zwei Geocacher hintereinander den Cache finden, jeder aber meint der erste zu sein, weil er die jeweils andere Geocachingdatenbank nicht verfolge und der erste sei, der in "seiner" Geocachingdatenbank den Cache als gefunden geloggt hat.

Da wurde erst klar, wie emotionsbehaftet für manche dieses Thema und wie wichtig es so manchem ist. Dabei komme ich nochmals auf die Bedeutung eines FTF zurück. Die einzige Aussage, die sich von einem FTF ableiten lässt, ist, dass derjenige am schnellsten war. Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, ob es bei Geocaching darum geht der schnellste zu sein, oder ob dieses Hobby eigentlich ganz andere Aspekte für mich bringt. Im zweiteren Fall ist einem der FTF herzlich egal. Im ersteren Fall, können da schon auch mal persönliche Krisen entstehen, wenn man einmal einen FTF nicht schafft (weil jemand anderer schneller war). Im Wesentlichen sollte man aber nicht nur darauf achten immer der erste zu sein, sondern sich Geocaches nach anderen Kriterien zu suchen, die einem u.U. noch mehr Freude machen - nicht weil man schneller war, sondern weil es einfach schön/interesssant dort ist oder weil der Weg (= das Ziel) zum Cache so toll ist, oder das Verstecke so seine Reize bietet. Diese Vorzüge kann man auch als 3.712ter Finder eines Caches in vollen Zügen genießen.

Ein paar weiterführende Gedanken zum Thema FTF-Junkie findet man auch hier.